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Werkstatt Dravendahl für Menschen mit erworbener Hirnschädigung

Plötzlich ist alles anders

Plötzlich ist alles anders …

Es passiert schnell und unerwartet. Ein Unfall, ein Sturz, ein geplatztes Äderchen - und mit einem Mal ist nichts mehr wie es war. Ist das Gehirn geschädigt, ändert sich das Leben radikal. Der abrupte Wechsel und das Wissen, wie es vor diesem Tag X war, sind für die Betroffenen oftmals nur schwer zu verkraften. Menschen mit erworbener Hirnschädigung sind daher neben den körperlichen auch hohen psychischen Belastungen ausgesetzt.

Zielgruppe

Um diesen Menschen zu helfen, haben die Husumer Werkstätten in Breklum die Werkstatt Dravendahl speziell für diesen Personenkreis eröffnet, bundesweit die erste ihrer Art. Die Einrichtung steht Menschen offen, die in Folge einer erworbenen Hirnschädigung nicht oder noch nicht wieder in der Lage sind, eine Ausbildung oder eine Arbeitsstelle auf dem freien Arbeitsmarkt zu bewältigen.

Die Aufgabe

Unser Ziel ist es, die Betroffenen durch die Teilnahme an der beruflichen Reha-Maßnahme schrittweise in das Arbeitsleben – und damit auch in das gesellschaftliche Leben – wieder zu integrieren. Mit entsprechenden Hilfsmitteln und individuellen Förderangeboten versuchen wir gemeinsam mit den Betroffenen die entstandenen Fähigkeitsstörungen so gut es geht zu kompensieren.

Qualifiziertes Fachpersonal aus Handwerkern, Fachkräften für Arbeits- und Berufsförderung, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden sowie Sozialpädagogen, Psychologen und Neuropsychologen helfen.

Die Husumer Werkstätten kooperieren vor Ort eng mit der Nachklinischen Fördereinrichtung (NFE) Breklum GmbH, die ihre therapeutischen, diagnostischen und praktischen Erfahrungen für Menschen mit erworbener Hirnschädigung einbringt. Als neuropsychologischer Dienst ist Frau Birthe Popp, als Honorarkraft tätig.

Der Stellenwert der Arbeit

Die Arbeit hat für die Betroffenen einen hohen Stellenwert. Hier entwickeln sie Selbstvertrauen, erfahren Anerkennung und erhalten ein Arbeitsentgeld. Für die Beschäftigten ist es von großer Bedeutung, dass sie nicht nur verwahrt werden, sondern fähig sind, etwas zu leisten. Unser Bestreben ist, jedem/r Einzelnen eine seinen/ihren Fähigkeiten und Neigung entsprechende, als sinnvoll erlebte Arbeit zu bieten. Dabei werden vor allem auch die vor der Hirnschädigung erworbenen berufspraktischen Fähigkeiten mit berücksichtigt.

Die Arbeitsbereiche

Um die passende Tätigkeit zu finden, durchlaufen die Betroffenen zunächst ein dreimonatiges Eingangsverfahren. In dieser Zeit können die verschiedenen Arbeitsbereiche kennen gelernt werden. Ein Neigungs- und Leistungsprofil wird erstellt, auf dessen Basis wir einen individuellen Förderplan entwickeln. Zurzeit stehen in der Werkstatt Dravendahl folgende Arbeitsbereiche zur Auswahl:

  • Garten- und Landschaftspflege
  • Holzbearbeitung
  • Industriemontage
  • Hauswirtschaft
  • EDV

Wer gerne vorab erst einmal „reinschnuppern“ möchte, kann bei uns ein zweiwöchiges Arbeitspraktikum machen.

Die Arbeitsbegleitenden Maßnahmen

Das Arbeitsangebot wird durch „arbeitsbegleitende Maßnahmen“ ergänzt. Dies können z.B. kulturelle, kreative und sportliche Aktivitäten, therapeutische Maßnahmen oder Bildungsangebote sein. Durch die verschiedenen Angebote wollen wir die Fähigkeiten und Begabungen fördern und somit die persönliche Leistungsfähigkeit stärken.

Die Entstehung der Werkstatt Dravendahl

Die Entstehung der bundesweit ersten Werkstatt für Menschen mit erworbener Hirnschädigung in Dravendahl ist dem großen Einsatz vieler Betroffener zu verdanken. Männer und Frauen mit erworbener Hirnschädigung, deren Angehörige und Verbände sowie Fachleute der therapeutisch tätigen Nachklinischen Fördereinrichtung (NFE) Breklum GmbH forderten schon seit langem die Einrichtung einer speziellen Werkstatt für Menschen mit erworbener Hirnschädigung.

Die Husumer Werkstätten nahmen sich dieser Aufgabe an und 2002 war die Werkstatt Dravendahl bezugsfertig. Nach langwierigen Verhandlungen mit dem zuständigen Ministerium über die notwendigen Leistungs- und Vergütungsverhandlungen konnte im April 2005 der erste Beschäftigte in der Werkstatt für Menschen mit erworbener Hirnschädigung aufgenommen werden. Die Nachfrage ist hoch und bestätigt deutlich den Bedarf dieser „speziellen“ Einrichtung.

Zu näheren Informationen über unsere Werkstatt und unsere Angebote stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Bitte sprechen Sie uns an!

Werkstatt Dravendahl
Stefan Hansen
Drelsdorfer Straße 13
25821 Breklum
T 0 48 41 | 98 71 35
F 0 48 41 | 98 71 49
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